Was ist zu tun im Juni

 

 

 

Junizeit ist Erntezeit: Die viele Vorarbeit im Frühjahr zahlt sich jetzt gleich mehrfach aus. Kirschen, Himbeeren und Gemüse können nach Herzenslust geerntet werden und prächtig blühende Blumen bieten sich in ihrer Vielfalt geradezu für selbst gebundene Tischsträuße an. Im Juni steht einiges an Gartenarbeit an. Der Rasen muss gekürzt, die Obstbäume beschnitten oder Blumen und Gemüse nachgesät werden. Aber auch die Gefahr durch Schädlinge und Krankheiten ist im Juni besonders hoch.

 

Im Juni haben Schädlinge Hochkonjunktur. Johannisbeeren werden jetzt gern von Gallmilben befallen, während sich am Buchsbaum so genannte Buchsbaumzünsler zu schaffen machen. Auf immergrünen Pflanzen hat es der Dickmaulrüssler abgesehen. Außerdem auf dem Vormarsch: Blattwanzen an Engelstrompeten  Schildläuse an Oleander und Zitruspflanzen, Weiße Fliege an Enziansträuchern, Blattläuse  am Hibiskus, sowie Rostpilz und Grauschimmel an Geranien . Um schnell eingreifen zu können, sollte man regelmäßig die Blätter Ihrer Pflanzen absuchen und dabei nicht vergessen, auch deren Unterseiten zu inspizieren.

 

 

 

Beste Bedingungen für Pilzkrankheiten

 

Die im Juni schon warmen Tage bieten in Verbindung mit Regenschauern ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Es empfiehlt sich daher, Erdbeerbeete mit Stroh oder Holzwolle zu mulchen, damit die Früchte nicht direkt auf der Erde liegen und zu faulen beginnen. So haben Sie lange Freude an den Pflanzen und können den ganzen Sommer immer wieder neue Erdbeeren ernten. Auch Tomaten reagieren empfindlich auf Regen. Ihnen droht Krautfäule, wenn Früchte oder Blätter nass werden. Deshalb sollte man die Pflanzen vor Feuchtigkeit schützen, entweder durch eine Regenplane oder ein Tomatenhaus. Wir haben die besten

 

Tomaten spätestens jetzt anbinden

 

Bei den Tomatenpflanzen  werden außerdem die Seitentriebe aus den Blattachseln der Pflanze regelmäßig ausgegeizt, das heißt ausgebrochen und entfernt. So wird verhindert, dass die Kraft der Pflanze in weitere unnötige Triebe geht. Es ist außerdem erwiesen, dass weniger Früchte heranreifen, wenn die Triebe wachsen dürfen. Damit die Tomatenpflanze zur Reifezeit auf Grund der schweren Last nicht abbricht, werden die Gewächse angebunden. Stecken Sie dazu je Pflanze eine Holz- oder Bambusstange neben die Tomate und binden Sie sie lose daran fest. Wer Paprika - oder Chilipflanzen in seinem Garten hat, muss darauf achten, die erste Blüte abzubrechen. Das Entfernen der so genannten Königsblüte fördert den Blütentrieb und damit den Ertrag der Pflanzen.

 

Gemüse jetzt ins Freie pflanzen

 

Aubergine und Gurke können Sie im Juni ruhigen Gewissens als Jungpflanzen ins Freie setzen. Spätestens Anfang Juni sind die letzten eisigen Nächte vorbei und es droht kein schädigender Frost mehr. Auch Salat, Kohl oder Möhren können Sie noch pflanzen. Achten Sie aber auf günstige Folgesaaten und Mischkulturen , so schützen sie die jungen Pflanzen vor  Schädlingen und Pilzkrankheiten. Etwa vier Wochen nach dem Einpflanzen werden die neuen Pflänzchen gedüngt – beispielsweise mit Kompost.

 

Für Rhabarber  ist die Erntezeit dagegen schon vorbei: Ab dem 25. Juni darf Rhabarber nicht mehr geerntet werden. Denn die Stangen haben dann zu viel Oxalsäure entwickelt, die in großen Mengen gesundheitsschädlich ist. Die Pflanze hat nun Zeit bis zum Herbst, sich zu erholen. Hobbygärtner sollten sie einfach in Ruhe lassen.

 

So bleibt Ihr Rasen fit

 

Beim Rasenmähen wird im Juni das frische Grün wieder regelmäßig auf vier bis fünf Zentimeter gekürzt, um es zu verdichten und zu stärken. Beim sogenannten "Mulchmähen" kann das Gras anschließend liegen bleiben. So wird die Feuchtigkeit im Boden gehalten und der Rasen auf diese Weise gedüngt. Alternativ können damit aber auch Beete und Rabatte gemulcht werden.

 

 

 

Auch für die Aussaat ist es noch nicht zu spät. Fruchtgemüse wie Zucchini, Kürbisse, Wassermelonen, Gurken oder Bohnen können Sie jetzt noch stecken. Sie tragen innerhalb weniger Wochen schon die ersten Früchte, wenn sie genügend Wärme und Wasser bekommen.

 

Unkraut im Auge behalten

 

Nicht nur Sommerblüher, auch Unkräuter wie Hirtentäschel oder Vogelmiere wachsen bei den warmen Temperaturen besonders gut. Achten Sie deshalb darauf, Unkräuter regelmäßig zu entfernen und die Erde aufzulockern. So verhindern Sie ein Ausbreiten der ungeliebten Pflanzen. Neu gepflanzte Gehölze müssen Sie besonders vor gierigen Unkräutern schützen. Kräftige Arten wie die Quecke oder der Giersch nehmen den Jungpflanzen zu viele Nährstoffe weg.

 

Schnecken im Zaum halten

 

Wer die ersten Schnecken erfolgreich bekämpft, hat die Plage über den Sommer gut im Griff und schützt gleichzeitig die noch zarten Jungpflanzen vor Befall. Eine breite Schicht Holzhäcksel oder ähnlich lose und kantige Hindernisse erschweren den Schnecken den Zugang zum frischen Grün. Auch die Möhrenfliege treibt bereits wieder ihr Unwesen und bedroht bald die ausgesäten Karotten. Durch das Auflegen eines Netzes gleich nach der Aussaat kann der Befall verhindert werden. Das Anpflanzen von Schnittlauch in direkter Nachbarschaft des knackigen Gemüses vertreibt die Schädlinge aber ebenfalls.

 

Helfen Sie Nützlingen, Ihre Blumen und Gemüse zu schützen

 

Gegen Schädlinge im Garten helfen nicht nur Mischkulturen oder Netze. Auch Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliege, Biene oder Igel sind unablässig gegen das Ungeziefer im Einsatz. Helfen Sie den Nützlingen, indem Sie ein Insektenhotel aufstellen oder eine Igelburg bauen. Meisen helfen ebenfalls effektiv gegen Blattläuse, beispielsweise an Rosen oder in Obstbäumen. Hängen Sie einen Meisenkasten auf, damit die Tiere in Ihren Garten einziehen.

 

Bienen und Hummeln sind für das Bestäuben der Obstbäume und Blumen notwendig. Für Hummeln gibt es eine so genannte Hummelburg, die am Boden in einer ruhigen Gartenecke aufgestellt werden kann.

 

Johannisbeere braucht Unterstützung

 

Haben Sie Johannisbeer-Hochstämmchen, sollten Sie Wurzelschosser und unerwünschte Triebe am Stamm regelmäßig wegschneiden. Als Wurzelschosser werden Triebe bezeichnet, die neben der Pflanze aus dem Boden wachsen. Sie treiben direkt aus der unterirdischen Wurzel. Außerdem sollten Sie hochstämmige Arten spätestens jetzt mit Pfählen stützen. Meist sind die Stämmchen zu schwach, um die vielen Früchte in der Reifezeit zu tragen. Am besten setzt man die Pfähle aber gleich beim Pflanzen, um die Gewächse nicht zu beschädigen. Im Übrigen lassen sich zur Reifezeit mehltaufreie und geschmackvolle Johannis- und Stachelbeersorten am besten durch Stecklinge vermehren.

 

Bessere Blüte durch Abzupfen

 

Petunien Geranien, Fuchsien und Löwenmäulchen blühen im Juni bereits prächtig. Damit das auch so bleibt, sollten Sie verwelkte Blüten regelmäßig abzupfen oder abschneiden. So wird die neue Blüte angeregt. Auch welke Blätter müssen entfernt werden. Das fördert ebenfalls das Wachstum und verhindert, dass sich Pilzkrankheiten bilden. Das gilt auch für Kübelpflanzen.

 

Säen Sie einjährige und zweijährige Blumen

 

Sind noch oder wieder Lücken im Beet zu sehen, können Sie jetzt noch einmal neue Pflanzen nachsetzen. Der Staudenmohn verschwindet beispielsweise vollständig. Hier können einjährige Pflanzen ausgesät werden. Dazu zählen beispielsweise die Ringelblume, Kornblume, Eisbegonie, Tagetes  Buntnessel, Zinnie, Goldlack oder Sonnenblume. Unabhängig davon werden nun auch zweijährigen Blumen wie Veilchen, Stiefmütterchen oder Bartnelken ausgesät. Markierungen helfen für eine bessere Übersicht im Garten. Wem das zu lange dauert, kann auch bereits vorgezogene Pflanzen in den Garten setzen. Diese sind in jeder Gärtnerei oder im Gartencenter erhältlich.

 

Rosenpflege ist jetzt besonders wichtig

 

Bei Rosen müssen die Wildtriebe aus dem Boden gründlich entfernt werden. Man erkennt sie an ihren kleinen Blättern. Kletterrosen wie die Rosensorte "Symphatie" überwinden selbst hohe Hauswände. Statt sich um ein Spalier zu winden, spreizen sie sich in eine Kletterhilfe hinein. Helfen Sie den Rosen mit Hilfe von Sprossen oder durch Anbinden, um Sie in die richtige Richtung zu lenken. Ab Ende Juni können Sie Ihre Rosen außerdem veredeln oder veredeln lassen. In der Hochblüte ist der beste Zeitpunkt, um schöne und robuste Sorten mit jungen kräftigen Pflanzen zu vereinen.

 

Jetzt noch schnell das Kräuterbeet anlegen

 

Wer noch kein Kräuterbeet angelegt hat, sollte spätestens im Juni damit beginnen. Es können noch Kräuter wie Petersilie  Basilikum, Bohnenkraut und Majoran ausgesät werden. Einfacher geht es mit vorgezogen Pflanzen. Rosmarin, Basilikum, Salbei oder Thymian erhalten sie als Containerpflanzen in jedem gut sortierten Fachhandel. Verzichten Sie dabei lieber auf Discounter-Ware. Die Pflanzen sind meist hochgezüchtet und erfreuen den Hobbygärtner häufig nur kurze Zeit.

 

 

 

Pflanzen im Gartenteich teilen

 

Wer einen Teich im Garten  hat, sollte nun das biologische Gleichgewicht überprüfen. Außerdem ist nun die beste Zeit, große Wasserpflanzen zu teilen. Neue Pflanzen werden jetzt in die Wasserfläche eingesetzt. Fällt Grünzeug vom Garten in den Teich, muss dieses abgefischt werden. Denn die Pflanzenteile faulen, und das kann die Sauerstoffbalance im Gewässer stören. Fische könnten ersticken. "Aber die Blätter erst einmal neben dem Teich liegen lassen", rät die Van Groeningen. Dann haben abgefischte Wassertiere die Chance, wieder in das Wasser zu kommen.

 

 

 

Von mediterranen Kräutern wie Thymian, Salbei, Lavendel  und Rosmarin entfernen Sie am besten regelmäßig die Triebspitzen, damit sie dichter wachsen. Bei Basilikum und Koriander lohnt sich der Rückschnitt ebenfalls. Danach verzweigen sich die Pflanzen besser und bilden mehr aromatische Blätter aus. Die Blüten von Basilikum und Salbei stehen übrigens bei Bienen und Hummeln hoch im Kurs.

 

Vorsicht bei Gewächshäusern

 

Gewächshäuser müssen in der warmen Jahreszeit gut belüftet und auch verschattet werden. Sonst verbrennen die Pflanzen schneller als Sie denken. Im Gewächshaus können Sie natürlich ebenfalls noch weitere Kräuter und Gemüse vorziehen. Paprika und Tomaten sollten dann aber nicht mehr ins Freie gesetzt werden, für Sie ist es dann bereits zu spät. Im Schutze des Gewächshauses können Sie aber noch prächtig gedeihen.

 

Tipp des Monats:

 

Starke Regenfälle während der heißen und trockenen Zeit verkrusten den Boden und lassen ihn undurchlässig werden. Gegen die Trockenheit hilft das Auflockern mit der Gartenkralle und eine Schicht Mulch, etwa mit dem Rasenschnitt. Aber auch das Auflockern verbessert bereits die Wasseraufnahmefähigkeit und Oberfläche des Bodens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles rund um die Tomate

 

Standort von Tomaten im Garten

 

Tomaten lieben die Sonne und sie benötigen viel Wärme. Ein geschützter Standort in der vollen Sonne ist deshalb eine der Voraussetzungen, dass Tomatenpflanzen gut gedeihen.

 

Dabei dürfen sie nicht zu dicht beieinander oder zu dicht an anderen Pflanzen stehen. Denn eine gute Luftzirkulation ist wichtig. So wird verhindert, dass sich der Morgentau oder die Nässe vom Regen allzu lange auf den Blättern hält. Das rasche Abtrocknen von Feuchtigkeit ist für die Tomaten wichtig, denn es beugt Pilzerkrankungen vor.

 

Die Erde sollte humusreich und gut durchlässig sein. Wenn Tomaten im Kübel kultiviert werden, sorgt eine gute Kübelpflanzenerde für optimales Wachstum und garantiert vollen Fruchtansatz.

 

Pflanznachbarn von Tomatenpflanzen

 

 

 

Viele Pflanzen gedeihen in der Nachbarschaft von Tomaten gut. Im Hobbygarten ist es einfacher, die stark zehrenden Gemüsesorten zu den stark zehrenden Tomaten zu pflanzen. Dazu zählen Lauch und alle Kohlarten, außerdem Zucchini und Sellerie. Hingegen harmonieren Salate sowie Möhren, Rettiche, Radieschen, Spinat und Rote Beete ebenfalls mit Tomaten, benötigen jedoch nur die Hälfte der Nährstoffe wie sie die Tomate braucht. Deshalb ist es einfacher, ein ganzes Beet mit Starkzehrern zu bepflanzen und gegebenenfalls bereits im Herbst des Vorjahres mit gut verrottetem Pferde- oder Kuhmist vorzubereiten.

 

 

 

 

Weitere Anbau und Pflegetipps

 

Regelmäßig sollte die Erde rund um die Tomaten vom Unkräutern befreit werden. Die Tomaten sollten nach und nach angebunden und in den Blattachseln entgeizt werden. Besonders im Freiland stehende Paradeiser können an sonnigen Tagen am besten Vormittags mit dem Tee des Ackerschachtelhalm besprüht. Wichtig ist, dass die Tomatenblätter bis zum Abend wieder abgetrocknet sind und die Pflanzen trocken in die Nacht gehen. Die im Ackerschachtelhalm enthaltene Kieselsäure wirkt stärkend und beugt Pilzerkrankungen vor.

 

Wer seine Tomaten darüber hinaus verwöhnen möchte, kann in die Erde zusätzlich etwas Gesteinsmehl einarbeiten.

 

 

 

Überblick über Tomatenkrankheiten und Schädlinge

 

Kraut- und Braunfäule

 

Zu erkennen ist dieser Pilz an der gräulichen Verfärbung der Blätter und einem weißlichen Belag an der Blattunterseite. Der Pilz befällt nach und nach die ganze Pflanze und wandert später auch in die Früchte.

 

Der echte Mehltau bei Tomatenpflanzen

 

Der echte Mehltau sieht aus wie ein weißes Puder auf den Blättern. Die Früchte werden nicht befallen und sind eßbar. Echter Mehltau ist ein typischer Schönwetterpilz, der in heißen und trockenen Wetterperioden geschwächte Pflanzen befällt.

 

Frucht- und Stängelfäule

 

Die Frucht- und Stängelfäule beginnt am Stängel, der sich schwarz verfärbt. Die Blätter vergilben und fallen ab. Diese Pilzerkrankung entstehen gerne bei feucht-warmer Witterung.

 

Hiergegen gibt es handelsübliche Spritzmittel auf biologischer Basis. Der Tee von Ackerschachtelhalm (Rezept siehe unten) kann die Erkrankung jedoch einige Monate hinaus zögern. Im Herbst entwickelt sich auf den meisten Tomatenpflanzen dennoch diese Erkrankung. Wenn sich die ersten verfärbten Blätter zeigen, sollten diese sofort entfernt und die Tomaten mit einem biologischen Stärkungsmittel behandelt werden. So wird die weitere Ausbreitung des Pilzes auf die Pflanze verhindert bzw. hinaus gezögert. Gute Pflege durch Bodenlockerung, optimale Ernährung und angemessene Feuchtigkeit dienen der Stärkung der Tomatenpflanzen.

 

Rezept Ackerschachtelhalmtee

 

Einen gehäuften Esslöffel Ackerschachtelhalmtee in einem Liter Wasser aufkochen. Etwa 30 Minuten leicht sieden und dann abkühlen lassen. Durch ein Filterpapier abgießen und mit einer Sprühflasche auf die Blätter der Tomaten aufbringen.

 

Getrockneter Ackerschachtelhalmtee ist in der Apotheke erhältlich.

 

 

Tomaten düngen und pflegen

 

 

 

 

 

Tomaten benötigen reichlich Nährstoffe und sie müssen regelmäßig gegossen werden, am besten mit leicht temperiertem oder mit abgestandenem Wasser. Das Gießen sollte direkt ins Erdreich der Pflanzen erfolgen, so dass die Blätter nicht benetzt werden. Manche Hobbygärtner setzen deshalb auch Blumentöpfe oder präparierte Kunststoffflaschen (siehe Grafik) direkt neben die Tomaten ins Erdreich. Dort hinein wird gegossen, damit das Wasser direkt an die Wurzeln der Tomaten gelangt und die unteren Blätter keine Wasserspritzer abbekommen.

 

Die Ernährung der Tomatenpflanzen kann mit organischem Dünger wie Kompost oder mit gut abgelagertem Pferde- oder Kuhmist erfolgen. Auch Brennesseljauche eignet sich gut, wenn sie mit der Jauche von Beinwell vermischt wird. Reine Brennesseljauche enthält überwiegend Stickstoff, das fördert das Blattwachstum. Viele Blüten und somit Früchte bekommt die Tomate durch einen Tomatendünger der einen höheren Kalium- und Phosphoranteil enthält.

 

Wenn die Tomaten im Gewächshaus oder in Kübeln auf der Terrasse kultiviert werden, kann auch ein flüssiger Dünger, der beispielsweise Guano enthält, zum Einsatz kommen. Das Bodenleben ist in Pflanzkübeln nicht so rege wie in den Gartenbeeten. Deshalb werden organische Dünger oft nicht vollständig abgebaut und umgesetzt. Ein Flüssigdünger hingegen liefert den Tomatenpflanzen alle benötigen Nährstoffe in leicht verfügbarer Form. Selbstverständlich kann auch ein mineralischer Dünger in flüssiger oder in fester Form für die Ernährung von Tomatenpflanzen sorgen.

 

 

 

Vermehrung von Tomaten

 

Tomaten werden nicht wie andere Pflanzen über Stecklinge oder Ausläufer vermehrt. In der Regel sät man sie in kleine Töpfe aus. Nach etwa 7 Tagen keimen sie und werden, wenn das dritte Blattpaar entstanden ist, in etwas größere Töpfe pikiert. Zunächst benötigen sie noch nicht viel Dünger. Sie können aber schon mit dem Tee von Ackerschachtelhalm zweimal die Woche besprüht werden. Das beugt Pilzerkrankungen vor.

Ab Mitte Mai bis Anfang Juni können die Jungpflanzen in den Garten umziehen. Sie benötigen eine Kletterhilfe und werden ab jetzt regelmäßig gedüngt. Das Mulchen mit Brennesseln oder mit leicht angetrocknetem Grasschnitt hält die Böden rund um die Tomaten schön feucht. Mulchmaterial aus Gehölzabfällen sollte jedoch nicht verwendet werden, da es dem Boden Stickstoff entzieht, den die Tomaten dringend für das Wachstum brauchen

 

Die weiße Fliege

 

Wenn Tomaten im Gewächshaus stehen, breitet sich dort gerne die weiße Fliege aus. Sie ist kein Schädling im üblichen Sinne und beeinträchtigt die Tomaten nicht wirklich. Wer dennoch etwas dagegen tun möchte, kann sich im Fachhandel Nützlinge bestellen und sie im Tomatenhaus ausbringen. Das Spritzen zum Abtöten der kleinen Fliegen ist weniger sinnvoll, da wenig Erfolg versprechend. Zum einen lassen sich damit niemals alle Fliegen erfassen und zum anderen handelt es sich bei den Tomaten um ein Nahrungsmittel, welches möglichst unbelastet bleiben sollte.

 

Die Blütenendfäule bei Tomaten

 

Meist ist sie auf Kalziummangel zurück zu führen. Tomaten die im Pflanzkübel kultiviert werden, zeigen hin und wieder diese Erkrankung. Zu erkennen ist sie am Blütenansatz der Tomaten, der sich schwarz und braun verfärbt. Die Erkrankung befällt immer nur einzelne Früchte an der Tomatenpflanze. Die gesunden Tomaten können dann weiterhin unbesorgt geerntet werden.

 

Die Mangelernährung lässt sich verhindern durch den Einsatz eines Flüssigdüngers, der speziell für Tomaten angeboten wird und der alles Notwendige an Nährstoffen enthält. In diesem Tomatendünger sind alle Mineralstoffe und Spurenelemente in ausgewogener Form enthalten und sofort pflanzenverfügbar.

 

 

Natur pur im Garten 

 

Hier zirpt es, dort summt es. Weiter hinten hört man ein geheimnisvolles Rascheln. Natur pur. Mit einem Wildgarten rückt ein Stück „unberührter“ Natur direkt in unmittelbare Nähe. Bezaubernde Wiesenblumen und kräftige Kräuter bilden ein Meer aus tausend Farben und Geschmäckern. Der naturnahe Garten verlangt ein gewisses Maß an Mut zur Wildnis. Lassen Sie die gewünschten Arten einfach einmal unangerührt wachsen. Aber wer sich traut, wird dauerhaft mit lieblichem Duft, geschäftigem Naturtreiben und jeder Menge Raum zum Träumen und Entdecken belohnt.

 

Abenteuer und Naturerleben für die ganze Familie

 

Der Wildgarten ist ein Naturparadies für Groß und Klein, vor allem, wenn Sie bei dessen Planung die ganze Familie einbeziehen. Während Sie sich von seiner bezaubernden Blütenpracht begeistern lassen, lieben Kinder das Spielen in versteckten Winkeln zwischen Sträuchern und Gehölz. Achten Sie darauf, dass Sie für Spielecken ungiftige Sträucher verwenden. Besonders viel Freude machen Sie Ihren Kindern, wenn Sie zur Abgrenzung Fruchtsträucher wie Brombeere oder Himbeere pflanzen.

 

 

 

Jeden Tag gibt es Neues in der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt eines Wildgartens zu entdecken. Außerdem können Sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten. Das Konzept Wildgarten klingt eigentlich ganz einfach. Doch auch ein Naturgarten verlangt Planung und Kreativität, damit viele bunte Pflanzen und leckere Wildkräuter wachsen. Pflanzenarten, die sich sehr schnell vermehren oder solche, die nicht erwünscht sind, müssen entfernt werden.

 

 

 Woraus besteht ein wilder Garten?

 

Ein naturnaher Garten setzt sich aus mehreren, sehr typischen Elementen zusammen: Wildblumen, Wildkräutern, Naturstein- beziehungsweise Trockenmauern, Nistplätzen und Insektenhotels sowie Teichen oder fließendem Gewässer.

 

Wasser und Stein

 

Mit Trocken- beziehungsweise Natursteinmauern unterteilen Sie Ihren Wildgarten sehr schmuckvoll. Dabei können Sie fantasievolle Hingucker, verschlungene Gartenwege und Kräuterspiralen gestalten. Die Steine werden ohne Mörtel aufeinander gelegt, die Fugen bleiben frei. Dadurch entstehen Nischen für Pflanzen und Insekten. Auch Wasser spielt in einem wilden Garten eine Rolle. Schwimmteiche oder Wasserspiele aus Naturmaterialien holen das Element ins heimische Grün. Mit einheimischen Pflanzen und den Flachwasserzonen bieten Sie Insekten und Kleintieren einen attraktiven Rastplatz oder Lebensraum.

 

 

Krabbelnde und flatternde Tierwelt

 

In einem Wildgarten können Sie wunderbar beobachten, wie spannend der Alltag verschiedener Insekten ist. In einem Insektenhotel oder einer Nützlingswabe nisten zahlreiche Insekten und finden einen sicheren Unterschlupf im Winter. Durch den Nistplatz bekommen Sie tolle Einblicke in die Lebensweise der kleinen Gartenhelfer. Beobachten Sie mit Ihren Kindern das Krabbeln und fleißige Treiben von Wildbienen, Florfliegen oder Ohrwürmern und profitieren Sie gleichzeitig von ihnen. Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer schützen zum Beispiel Ihre Pflanzen, indem sie sich Blattläuse oder Raupen so richtig schmecken lassen. In einem sonnenbeschienenen Steingarten, in alten Baumstämmen und in aufgeschüttetem Geäst fühlen sich Krabbelkäfer und Co. am wohlsten.

 

Auch Vögel nehmen den Naturgarten gerne als Lebensraum an. In Totholzhecken oder alten Obstbäumen finden Sie Unterschlupf und bieten das ganze Jahr über ein fröhliches Schauspiel für Beobachter. Verfolgen Sie, was Rotkehlchen, Zaunkönig und Blaumeise den Tag über so treiben. In den kalten Jahreszeiten ist der wilde Garten ebenso interessant. Kleinsäuger richten sich in Totholzhecken, Reisigballen oder zusammengeharktem Laub Ihr Winterquartier ein. Was meinen Sie, wie spannend es ist, wenn eine Igelfamilie in Ihrem Garten ein- und ausgeht.

 

Die wilde Blumenwiese

 

Wildblumen und -gräser gehören zu den attraktivsten Teilen eines Naturgartens. Die zarten, duftenden Blüten sehen nicht nur entzückend aus, sondern bieten Vögeln einen sicheren Unterschlupf sowie Bienen und anderen Insekten einen gedeckten Tisch. Die Vielfalt an wild wachsenden Pflanzen ist groß: Löwenzahn, Gänseblümchen, Margeriten, Brennnessel, Kamille, Zittergras, Mäusegerste, Mohn- und Kornblume sind nur einige Beispiele. Die standortgerechte Verwendung von Wildpflanzen erspart Ihnen viel Gartenarbeit. Heimische Pflanzen werden üppig wachsen und mit ihrem Blumenmeer eine wahre Pracht für das Auge bieten. Eine Wildblumenwiese hat außerdem den Vorteil, dass Sie sie nicht düngen müssen.

 

Eine Blumenwiese anlegen

 

Blumenwiesen gedeihen auf eher mageren Böden. Auf sattem Mutterboden würden Sie von Gräsern überwuchert. Um Platz für Wildblumen zu schaffen, entfernen Sie das Gras mitsamt seinen Wurzeln. Tragen Sie eine wenige Zentimeter dicke Schicht des Mutterbodens ab und füllen Sie das Gartenstück dann mit Sand und Kies auf. So magern Sie Ihre Gartenerde etwas ab. Die Aussaat nehmen Sie von März bis Mai vor. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig in der lockeren, krümeligen Erde. Anschließend harken Sie sie leicht ein und verdichten den Boden mit einer Walze. Wässern Sie den Gartenbereich und versorgen Sie ihn in den folgenden Wochen mit genügend Feuchtigkeit. So regen Sie das Pflanzenwachstum an und verkürzen die Wartezeit, bis sich ein blühendes Blumenmeer zeigt. Eine Wildblumenwiese sollten Sie so selten wie möglich betreten. Mähen Sie stattdessen kleine Pfade ein oder lassen Sie mittendrin ein Stück zum Sitzen frei. So genießen Sie die lieblich duftenden Blüten und das sommerliche Treiben der Insekten aus nächster Nähe.

 

 

Traumhafter Kräutergarten

 

 

Es gibt keine Unkräuter, nur Wildkräuter. Diese Einstellung eröffnet Ihnen ganz neue und vielfältige Geschmäcker. Mit den Pflanzen verfeinern Sie Salate, Aufstriche, Soßen oder Getränke. Passen Sie Ihren Kräutergarten an den natürlich-wilden Look der Umgebung mit einer verspielten Steinspirale an, in der „ganz nebenbei“ Kräuter wachsen. Eine Kräuterspirale eignet sich gut, wenn Ihnen im Garten nur wenig Platz zur Verfügung steht. Außerdem können Sie die Kräuter durch die erhöhte Lage besser ernten. Welche Gewächse Sie pflanzen, ist ganz Ihnen überlassen. Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Rauke, Brunnenkresse, Löffelkraut oder Wegerich-Arten passen nicht nur zum Konzept des Wildgartens, sondern bringen auch richtig Pep in Ihre Speisen. Aber Achtung: Einige Pflanzenarten – beispielsweise Giersch und Franzosenkraut – breiten sich rasant aus und überwuchern möglicherweise andere gewünschte Kräuter. Grenzen Sie die Gewächse in solchen Fällen mithilfe einer Wurzelsperre oder ähnlichen Mitteln ein.

 

Einen Kräutergarten anlegen

 

Fertigen Sie zunächst eine Skizze an. Die einzelnen Kräuter haben unterschiedliche Standortansprüche und viele vertragen keine direkte Sonne. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei lieben es hell und warm, Lungenkraut und Pfefferminze eher schattig. Ebenso unterschiedlich sind die Ansprüche an den Boden. Aus diesem Grund lohnt es sich mitunter, zwei Ecken für den Kräutergarten einzuplanen. Die Aussaat der meisten einjährigen Küchenkräuter nehmen Sie im Mai vor. Mehrjährige Kräuter werden etwa im September gesät. Halten Sie Küchenkräuter gleichmäßig feucht, bewahren Sie sie aber vor Staunässe. Wildkräuter benötigen weniger Pflege. Zupfen Sie ihnen regelmäßig die Triebspitzen für einen buschigeren Wuchs. Somit sparen Sie sich das Vermehren der Pflanzen. Außerdem schmecken die jungen Triebe durch Ihre milden Aromen vorzüglich.

 

 


Naturschutz – Artenvielfalt

Artenschutz  

Jedem Kleingärtner ist es mit einfachen Mitteln möglich, aktiv zum Artenschutz in den Städten beizutragen. Man kann durch das Anlegen von z. B. kleiner Gartenbiotope, Wildpflanzenwiesen und Feuchtgebieten zusätzlichen Lebensraum für Insekten und andere nützlichen Tiere schaffen und dadurch das Gedeihen der Flora und Fauna positiv beeinflussen.

Es ist immer wieder wichtig, diese Gedanken nach außen zu bringen, um auch allen klar zu machen, was durch unsere Gärten für ein unverzichtbares Gut in unseren Händen liegt. Dieses Gut muss immer wieder verteidigt und vergrößert werden, in jedem einzelnen Kleingarten, auch im öffentlichen Grün, in Parks, in Gartenanlagen, auf Streuobstwiesen, ...



Nützlingsförderung

Ein wichtiger Beitrag zur Nützlingsförderung ist die Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten. Alles organische Material, ausgenommen kranke Pflanzenteile, sollte im Garten verbleiben und wieder neu aufgearbeitet werden. Ein Komposthaufen ist der beste Vertreter dafür und dient gleichzeitig als hervorragender Lebensraum vieler nützlicher Insekten.

Pflanzen benötigen zum Leben einen viel geringeren Lebensraum als Tiere, dieses muss man für die Ansiedelung von Tierarten bedenken. Ein einzelner Garten ist immer nur ein Teil vom Lebensraum, während größere Kleingartenanlagen durchaus ein Gesamtlebensraum für eine oder mehre Arten sein können. Wenn die Pflanzenvielfalt in den Gärten sehr hoch ist, ist auch mit einer großen Artenvielfalt von Insekten und anderen Tierarten zu rechnen.

 

Nahrungspflanzen

Im Garten sollten Wild- wie auch Zierpflanzen zu finden sein, denn viele Tiere benötigen auch Wildpflanzen als Nahrungsquelle. Die meisten Wildkrautarten sind einjährig und benötigen zu ihrer Entwicklung jährlich einen bearbeiteten Boden. Einige Wildkräuter sind mittlerweile als Kulturpflanze in unseren Gärten wieder angekommen, wie z. B. Echte Kamille, Feld-Stiefmütterchen, Große Brennnessel, ... Viele dieser Wildkräuter eignen sich auch gut für uns Menschen in Form von Salat oder Tee. Auch für die biologische Schädlingsbekämpfung und zur Pflanzenstärkung eignen sich eine Vielzahl von Wildpflanzen. Für unsere heimischen Insekten ist immer ein gutes Angebot an Blüten mit Nektar und Pollen an einheimischen Wild- und Zierpflanzen wichtig.

 

Artenvielfalt/Steingarten

Auch das Anlegen von Steingärten, Sand-, Kies- oder Steinhaufen fördert die Erhöhung der Artenvielfalt im Garten. Hier können z. B. Wildbienen, Grabwespen, Laufkäfer, diverse Gliederfüßer und Eidechsen ein zu Hause finden. Wichtig ist auch die Wechselbeziehung der verschiedenen Lebensräume (z. B. Nahrung von der Blumenwiese und Wohnraum im Steinhaufen). Man sollte nicht nur eine sondern mehrere Komponenten den Pflanzen und Tieren anbieten. Das Anlegen eines Steinhaufens ist verhältnismäßig einfach. Eine Grundfläche von ca. 2m2 und eine Höhe von ca. 1m ist vollkommen ausreichend. Auch die Aufschüttung von Sand oder Kies ergibt einen Standort für Trockenheit liebende Pflanzen und Kleintiere sowie für Wildbienen und Grabwespen.

 

Artenvielfalt/Feuchtbiotop

Eine weitere Möglichkeit, den Artenreichtum im Garten zu erhöhen ist die Anlage eines Feuchtbiotopes (Teich). Bei der Gestaltung eines Feuchtbiotops sollte darauf geachtet werden, dass auch immer eine Flachwasserzone vorhanden ist, so dass die Tiere problemlos ein- und aussteigen können.

Durch Teiche geben wir Lebensräume für z. B. Teich- und Bergmolch, Wechselkröte, Grasfrosch, Wasserfrosch, Erdkröte, verschiedene Wasserkäferarten, Kleinkrebse, Libellenarten, ... Auch sollte daran gedacht werden, dass das Ökosystem im Feuchtbiotop möglichst über viele Jahre konstant gehalten werden kann. Bei der Auswahl des Standortes eines Gewässers sollte auch bedacht werden, dass ein Gewässer täglich einige Stunden Sonnenlicht benötigt. Bei zu starker Sonneneinstrahlung ist eine leichte Abschattung von Vorteil. Zur Besiedlung des Teiches brauchen Sie nichts zu unternehmen, hierhin kommt die heimische Flora und Fauna von selbst.



 

Artenvielfalt/Holz

Ein weiter Lebensbereich für viele Insekten stellt einfaches Holz dar. Zum Beispiel als Totholzhaufen im Garten. Hier lebt eine Vielzahl von Hautflüglern und anderen Insekten. Auch kann man künstliche Nisthilfen, in Form von „Insektenhotels“, mit unterschiedlich großen Löchern aufstellen. Die Durchmesser der Nistlöcher sollten zwischen 1 und 10mm und ca. 10cm tief sein. Zur Verwendung kommen Hartholzäste mit Bohrlöchern, Stroh- oder Schilfhalme, Bambusrohr oder markhaltige Hölzer.

Biodiversität

Kleingärten bieten vielen heimischen Pflanzen und Tierarten einen wichtigen Lebensraum und sind daher von großer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Der hohe Stellenwert, den der Schutz dieser Vielfalt genießt, wird durch die internationale „Biodiversitätskonvention“ von 1992 oder die deutsche „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ unterstrichen. Gerade in urbanen Räumen sollte der Biodiversität eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden, spielt sie doch eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des „urbanen Grüns“. So kann beispielsweise durch viele verschiedene Pflanzen und eine gezielte Förderung von Nützlingen dem Befall mit Schädlingen entgegengewirkt werden. Nützliche Insekten vertilgen aber nicht nur Schädlinge, sie tragen auch zur Bestäubung unserer Obstgehölze u.v.m. bei.

Futterpflanzen für Nützlinge

Damit sich Nützlinge aber überhaupt in unseren Gärten etablieren und vermehren können, gilt es zunächst, günstige Lebensräume zu schaffen und alles zu unterlassen (Einsatz von Pflanzenschutzmitteln), was ihre Entwicklung stört. So ist ein Garten, der nur aus Zierrasen, Thuja Hecke und einigen wenigen blühenden Stauden besteht, ein artenarmer Garten, in dem sich nur wenige Insekten ansiedeln werden.



 

Naturnaher Garten

Ein naturnaher Garten mit vielen verschiedenen heimischen Sträuchern, blühenden Staudenbeeten, Reisighaufen und Trockenmauern, samt vielfältigem Rahmengrün bietet dagegen viele verschiedene Lebensräume und Nahrungsangebote für die verschiedensten Tiere. Achten Sie bei der Auswahl von geeigneten Nektar bzw. Futterpflanzen auf blütenreiche Zier und Wildpflanzen wie z. B. Schlüsselblume (Primula), Malve (Malva), Staudensalbei (Salvia), Taubnessel (Lamium), Staudenwicke (Vicia), Thymian (Thymus), Glockenblume (Campanula), Lungenkraut (Pulmonaria), Fetthenne (Sedum), Blaukissen (Aubrieta), GoldSchafgarbe (Achillea), ZierlauchArten (Allium), Wildrose (Rosa), aber auch unterschiedliches Beerenobst. Diese Arten bieten einer Vielzahl von Insekten Futter, allerdings sollten wir dabei auch nicht die Nahrungsspezialisten aus den Augen verlieren. So benötigt beispielsweise die Wollbiene für den Nestbau den Wollziest (Stachys byzantina) oder Deutschen Ziest (Stachys germanica), und die Raupen des Zitronenfalters ernähren sich vom Faulbaum (Frangula alnus) oder Echtem Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).

Pflanzen und Bienen gehören zusammen

 

Neben den vielen Wildinsekten, trägt auch die Honigbiene einen wichtigen Teil zur Förderung der biologischen Vielfalt bei. Helfen Sie deshalb mit, dass die Bienen genügend, und vor allem langfristig (vom Frühjahr bis in den Herbst), Nahrung in unseren Gärten finden können. Bienen und blühende Pflanzen gehören einfach zusammen. Nachfolgend einige Tipps, mit denen gezielt Bienen gefördert werden:

 • Pflanzen mit ungefüllten Blüten bevorzugen.

Artenreiche Blumen- und Kräuterwiesen anlegen.

Blühende Hecken nutzen.

Durchgängiges Blütenangebot vom Frühling bis zum Herbst schaffen.

Beispiele für Bienennährpflanzen, auch Trachtpflanzen genannt:

Bäume: Obstbäume, Weide (Salix), Haselnuss (Corylus),

Sträucher: Kornelkirsche (Cornus mas), Wilder Wein (Vitis), Liguster (Ligustrum), Waldrebe (Clematis), Rosen (Rosa, ungefüllt), Fingerstrauch (Potentilla), Kletterhortensien (Hydrangea), Falscher Jasmin (Philadelphus), Schneeheide (Erica), alle Beerensträucher, Stauden und Zwiebelgewächse: Schneeglöckchen (Galunthus), Krokus (Crocus), Gänsekresse (Arabis), Lungenkraut (Pulmonaria), Bärlauch, (Allium ursinum), Steinkraut (Alyssum), Vergissmeinnicht (Myosotis), Goldnessel (Lamium), Fetthenne (Sedum), Ziermohn (Papaver), Kugeldistel (Echinops), Sonnenhut (Echinacea)

Kräuter: Thymian (Thymus), Lavendel (Lavandula), Salbei (Salvia)

Blumen: Goldmohn (Eschscholzia), Schmuckkörbchen (Cosmea), Beinwell (Symphytum), Malve (Malva), Katzenminze (Nepeta), Bienenfreund (Phacelia), Studentenblume (Tagetes), Kornblume (Centaurea), Sonnenblume (Helianthus), Senf (Sinapis), Mohn (Papaver), Ringelblumen (Calendula), Buchweizen (Fagopyrum) und noch viele weitere Pflanzen.

 

Maßnahmen zur Umsetzung im Kleingarten

Neben dem Bereitstellen geeigneter Futterpflanzen gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, um die Vielfalt der Fauna im „Ökosystem Garten“ zu erhöhen. So können wir beispielsweise durch eine gezielte Förderung, wie das Aufstellen eines Insektenhotels zusätzlich Insekten wie Wildbienen, Hummeln, verschiedene Wespenarten, Schwebfliegen, Ohrwürmer oder Florfliegen anlocken. Schließlich sind diese Tierchen für eine natürliche Schädlingsbekämpfung oder für die Bestäubung unserer Pflanzen unersetzlich. Nachfolgend noch eine kleine Zusammenfassung von weiteren Gestaltungsvorschlägen, die sich teilweise mit geringem Aufwand auch im eigenen Kleingarten umsetzen lassen:

Dachbegrünung der Laube

Wildstrauchhecken anpflanzen

Wasserflächen wie Feuchtbiotope oder Gartenteich (kein Fischbesatz) schaffen

Trockenmauern (ohne Fugenmasse) oder Steinhaufen (sonniger Standort) anlegen

Nistplätze schaffen

Laub-, Reisig- und Totholzhaufen liegen lassen

Einheimische Pflanzen bzw. Wildformen auswählen

Auf möglichst lange Blühzeiten im Jahr achten

Eine Blumenwiese anlegen (auf sonnigem Sand bzw. mageren Böden)

Wildes Eck (sonniges Eck)

Mischkulturen fördern

Fruchtstände im Winter an den Pflanzen belassen

Ganzjährige Bodenbedeckung



Mit diesen Anregungen haben Sie nun eine große Auswahl von Möglichkeiten, um die Flora und Fauna im eigenen Garten zu fördern. Überreden Sie am besten auch Ihren Gartennachbarn dazu, um gemeinsam etwas aus der Natur – für unsere Natur – zu machen.